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11. Nettetaler Wirtschaftsfrühstück:Firmen und Umwelt profitieren von Ökoprofit

Mitteilung vom: 30.05.2017

Wirtschaftsfrühstück

Ökoprofit hat sich für die Nettetaler Firmen gelohnt! Erst vor wenigen Wochen ging das Projekt im Kreis Viersen zu Ende gegangen, jetzt stellten die Unternehmen ihre noch ganz frischen Erfahrungen beim 11. Wirtschaftsfrühstück vor. Oliver Mauckner (Lederfabrik Richard Hoffmans), Andreas Zorn (DRK Familienzentrum) und Jens Möckel (Rameckers Maschinenfabrik / Gerlach Maschinenbau) war anzumerken, dass alle mit der Teilnahme mehr als zufrieden waren - und das nicht nur in finanzieller Hinsicht. „Wir tragen Verantwortung für unsere nachfolgenden Generationen, aber auch für Menschen und Regionen in anderen, wesentlich ärmeren Teilen der Welt", fasste Mauckner treffend zusammen.

Philipp Mihajlovic (B.A.U.M.) erläuterte die Besonderheiten von Ökoprofit: „Die beiden Hauptbestandteile sind thematische Workshops sowie Beratungsgespräche vor Ort. Unsere Teilnehmer profitieren außerdem vom Austausch untereinander und von den Erfahrungen der über 1.900 anderen Unternehmen, die an bisher 166 Projekten teilgenommen haben". Eine weitere Besonderheit: Alle Ergebnisse werden in Zahlen dargestellt.
Andreas Zorn hat mit dem DRK-Familienzentrum einen ganzheitlichen Ansatz gewählt. Seine 116 Kinder wurden mit vielen kleine Maßnahmen sensibilisiert und haben anschließend die eigenen Eltern mit ins Boot geholt. Im Familienzentrum selbst wurden alte Kühlgeräte abgestellt, an den zahlreichen Wasserhähnen der Wasserdurchfluss reduziert, Leuchtstoffröhren gezählt und defekte Röhren ausgetauscht. Immerhin verbraucht eine flackernde Röhre vier Mal so viel Energie, wie eine intakte, weiß Zorn jetzt. „Außerdem haben wir wichtige Erkenntnisse in unseren Neubau Nettetopia einfließen lassen", so Zorn.

Rameckers Maschinenfabrik und Gerlach Maschinenbau produzieren Maschinen für die Gummiindustrie, viele davon in der Automobilbranche. „Wir wollen unsere effizienten Maschinen auch effizient herstellen", erläutert Geschäftsführer Jens Möckel. Seine Kunden fragen verstärkt nach Umweltzertifikaten oder danach, was die Firma auf diesem Gebiet macht. Hier stellt das Ökoprofit-Zertifikat einen Wettbewerbsvorteil dar. Die Firma hat Einsparungen durch die Umstellung der Papierentsorgung, Abfalltrennung, Einbau von LED-Beleuchtung und die Umstellung der Ölheizung erreicht. Auch vor den normalen Büroarbeitsplätzen wurde nicht Halt gemacht: Hier sorgen Zeitschaltuhren und Präsenzmelder für Einsparungen.

Die Lederfabrik Richard Hoffmans gehört mit zu den größten Energieverbrauchern der Seenstadt. Betriebsleiter Oliver Mauckner lernte während des Projekts, im Kleinen zu begreifen und im Großen umzusetzen. Hoffmans produziert hochwertiges Leder für Taschen und Schuhe. Rund 1.000 Rinderhäute werden hierfür täglich verarbeitet. Hoffmans steht im weltweiten Wettbewerb und kann die Kunden mit manuell gefertigtem Rindsoberleder von höchster Qualität, aber auch mit umweltgerechten Produktionsbedingungen überzeugen. „Unsere Kunden verlangen Umweltzertifikate und fragen, wieviel Co2 pro Quadratmeter Leder verbraucht wird", so Mauckner. Die Lederfabrik spart künftig jedes Jahr 2.048 Kubikmeter warmes Wasser und damit 19.000 Euro ein, allein durch den Einbau von Pistolen an den Wasserschläuchen. Außerdem wird der Trockner von Dampf auf Warmwasser umgestellt.

Ebenfalls mitgemacht, beim Frühstück aber verhindert, hat das Heilpädagogische Zentrum (HPZ). Die Einrichtung für Menschen mit Behinderungen hat 85 Sparperlatoren eingebaut und die Beleuchtung auf LED umgestellt.

Allen Firmen war anzumerken, dass sich die Teilnahme betriebswirtschaftlich rentiert hat, der Blick aber noch weit über die reinen Kosten hinausgeht und die Teilnahme so noch viel mehr gebracht hat: So identifizieren sich die Mitarbeit mit den Maßnahmen und übernehmen jetzt mehr Verantwortung.

Bürgermeister Christian Wagner freute sich über den Erfolg der Firmen. „Es ist schön zu sehen, dass tatsächlich die Firmen und die Umwelt von diesen Maßnahmen profitieren werden". Ende des Jahres soll das nächste Ökoprofitprojekt im Kreis Viersen gestartet werden.

Nettetaler Wirtschaftsfrühstück
Seit 2014 lädt die Wirtschaftsförderung der Stadt Nettetal zusammen mit der Sparkasse Krefeld die Unternehmen zum Austausch und zur Kontaktpflege in die Akademie Heydevelthof ein. Ziemlich genau in der geographischen Mitte der Seenstadt treffen sich die Firmenvertreter vor Beginn des normalen Arbeitsalltags in lockerer Atmosphäre und tauschen sich untereinander aus. „Wir wollen ohne große Beeinflussung des normalen Geschäftsalltags einen unkomplizierten Treffpunkt für die einheimische Wirtschaft bieten", so Bürgermeister Wagner und Jochem Dohmen Repräsentant der Sparkasse Krefeld. Neben dem lockeren Austausch bietet ein kurzes Impulsreferat zu einem aktuellen Wirtschaftsthema ersten Gesprächsstoff. Das nächste Wirtschaftsfrühstück findet am Mittwoch, 11. Oktober statt.

Bildunterschrift v.l.: Philipp Mihajlovic (B.A.U.M.), Christian Wagner (Bürgermeister), Andreas Zorn (DRK Familienzentrum), Peter Radtke (Leiter Gewerbekunden-Center Nettetal, Sparkasse Krefeld), Oliver Mauckner (Lederfabrik Richard Hoffmans), Jens Möckel (Rameckers Maschinenfabrik/Gerlach Maschinenbau) und Jochem Dohmen (Sparkasse Krefeld), beim 11. Nettetaler Wirtschaftsfrühstück im Heydevelthof. Foto: Stadt Nettetal