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„Reis aus dem Hochhaus“ und viel Lob vom Land: 100 Unternehmer beim 1. Nettetaler Unternehmensforum (archivierte Mitteilung)

Mitteilung vom: 20.06.2013

Sechs Männer stehen nebeneinander, vier Männer halten Präsentkörbe in den Händen

Wie vielfältig und innovativ der Begriff Agrobusiness ist, stellten rund 100 Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker beim 1. Nettetaler Unternehmensforum fest. „Hinter diesem Schlagwort verstecken sich nicht nur große gesellschaftliche Herausforderungen sondern auch wirtschaftliche Chancen für unsere Stadt und Region“, stellte Nettetals Bürgermeister Christian Wagner fest. Der Niederrhein ist zusammen mit der Grenzregion Venlo schon jetzt die stärkste Gartenbauregion in Europa, und nicht umsonst hat die Stadt Nettetal für das Gewerbegebiet VeNeTe die Branche „Agrobusiness / Ernährungswirtschaft“ als mögliche Zielbranche erkannt. Unterstützung bekam Wagner von Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Er lobte die Stadt Nettetal und Initiativen wie „Agrobusiness Niederrhein“ ausdrücklich für die Vernetzung der noch jungen Branche und hob auch die wirtschaftlichen Stärken der Grenzregion hervor. Anwesenden Unternehmern bot Horzetzky konkrete Hilfe bei der Umsetzung von Projekten an. Andere Vorträge stellten aktuelle wissenschaftliche Trends in den Mittelpunkt. Professor Dr. Folkard Asch von der Universität Hohenheim befasste sich damit, wie die Menschen in den weltweit wachsenden „Megacitys“, also Städten mit mehr als 10 Millionen Einwohnern, künftig überhaupt noch mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln versorgt werden können. „Die Weltbevölkerung wächst stetig an, die weltweite Ackerfläche ist begrenzt und die pro-Kopf-Fläche zur Ernährung wird kontinuierlich kleiner“, fasste Asch die absehbare Entwicklung zusammen. Am Beispiel Tokyo warb er für ein Pilotprojekt zum Anbau von Reis in Hochhäusern - so genannte „Skyfarms“. Dabei handelt es sich um speziell für Pflanzen optimierte Häuser mit vielen Etagen. Die dafür benötigten Technologien sind bereits in der Entwicklung und bald auch wirtschaftlich umsetzbar. Volkmar Keuter, Leiter des Fraunhofer-inHaus-Zentrums, stellte seine Vision von „Urban Farming“ (Anbau in der Stadt) vor. Beispiele gebe es bereits in den USA, den Niederlanden oder Skandinavien. In den Ballungsräumen sei es auf Dauer nicht akzeptabel, vorhandene Flächen nicht sinnvoll einzusetzen. Keuter ist sich sicher: Urbane Landwirtschaft kann einen bedeutenden Beitrag zu Ressourcenschonung und nachhaltiger Versorgung mit Lebensmitteln leisten. Dr. Peter Welters, Geschäftsführer der Firma Phytowelt Green Technologies aus Nettetal, arbeitet bereits an der nächsten Generation einer Biogasanlage. Auf der Grundlage einer von ihm gezüchteten Pappelsorte ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Energieversorgung. Hierfür sucht er noch Verbündete.

Agrobusiness

Der Begriff Agrobusiness umfasst nicht nur die klassische Agrarwirtschaft und den Gartenbau, sondern auch alle vor- und nachgelagerten Bereiche wie zum Beispiel Forschung, Pflanzen- und Düngemittelproduktion, landwirtschaftlicher Maschinenbau, Lebensmittelproduktion, Ernährungswirtschaft, Energie und Logistik. Nettetal und die Region am Niederrhein vereinen schon heute viele Unternehmen aus diesen Branchen und dieser Wettbewerbsvorteil soll noch weiter ausgebaut werden - auch in Zusammenarbeit mit den Partnern aus Venlo, für die der Beigeordnete Wim van den Beucken entsprechende Bereitschaft signalisierte. Bürgermeister Christian Wagner betonte am Ende ausdrücklich, dass die Stadt nicht alleine auf diese Branche setzt. „Priorität hat bei uns die eigene Wirtschaft mit den hier ansässigen Unternehmen. Hierzu haben wir den Unternehmensservice bei der Stadt eingerichtet, der den Firmen als Lotse durch die Verwaltung(en) dienen soll.