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Bauflächen / Verkehr

Die Flächen- und Gebietsausweisungen im Flächennutzungsplan im Einzelnen:

Wohnbauflächen

Die Entwicklung neuer Wohngebiete entspricht den Zielvorgaben einer Bevölkerungsprognose. Danach werden in der Stadt Nettetal im Jahr 2015 etwa 42.400 Einwohner leben. Dieses Entwicklungsziel deckt sich mit den Vorgaben des Gebietsentwicklungsplanes für den Regierungsbezirk Düsseldorf. Die wesentlichen Neubaugebiete sind:

StadtteilBaugebiet
Breyell 
 

Christian-Rötzel-Allee-Süd

Schmaxbruch

Hohlweg

Berg Süd

Onnert

Hinsbeck 
 Hinsbeck-Ost
Kaldenkirchen 
 Steyler Straße/ Juiser Feld
 Schindackersweg/ Wasserstraße
 Buschstraße
Leuth 
 Südlich Austalsweg
Lobberich 
 Lobberich-Ost-III
 Sittard/ Südlich Bengerhof
Schaag 
 Schaag-Süd
 Rahe

Dabei handelt es sich teils um noch nicht realisierte Baugebiete des altenFlächennutzungsplanes, teils aber auch um Neudarstellungen. Zusammen mit den Baulücken ergibt sich somit ein Potential bis zum Jahre 2015 von ca. 3.000 WE. Alle Flächen werden heute überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Breyell:

In Breyell als einem Wohnschwerpunkt Nettetals wird der größte Anteil neuer Wohnbauflächen dargestellt. Die geplanten Siedlungserweiterungen im Westen und Süden Breyells stehen im direkten Zusammenhang mit dem in Aussicht gestellten neuen Bahnhalte- und ÖPNV-Verknüpfungspunkt von Bus und Bahn und ist darüber hinaus zur Stärkung des Breyeller Zentrums notwendig. Die neuen Baugebiete sind lediglich zwischen 300 und 700 m vom Haltepunkt entfernt.

Hinsbeck:

In Hinsbeck ist nach den Siedlungserweiterungen der letzten Jahre eine weitere Bauentwicklung nur noch in geringem Maße vorgesehen. Daher soll - neben der Schließung von Baulücken - lediglich eine Arrondierung des östlichen Ortsrandes in direkter Nähe des Kindergartens stattfinden.

Kaldenkirchen:

Durch die Entwicklung der neuen Gewerbeflächen im Nordwesten Kaldenkirchens entstehen sogenannte 'Pufferflächen' am heutigen westlichen Siedlungsrand, die in Anlehnung an die heute vorhandene Nutzung als Wohnbauflächen entwickelt werden können. Eine störungsfreie Entwicklung von Wohnen und Gewerbe kann in späteren Bebauungsplanverfahren sichergestellt werden. Eine weitere sinnvolle Arrondierung findet zwischen dem östlichen Siedlungsrand und der Bahnlinie statt.

Leuth:

Zur Sicherung der vorhanden Infrastruktur ist im kleinsten, heute noch dörflich geprägten Stadtteil Nettetals eine weitere Wohnentwicklung dringend geboten. Im Süden des Ortes finden sich hierfür gute Möglichkeiten mit günstiger Verkehrserschließung sowie der Nachbarschaft zur Grundschule.

Lobberich:

Auch in Lobberich werden in den nächsten Jahren größere Wohngebiete entstehen. Dabei ist die Entwicklung auf den östlichen Siedlungsrand Lobberichs konzentriert - hier bildet die Umgehungsstraße L 373 die Grenze der Ortserweiterung. Im Süden gilt es, im Rahmen künftiger Bebauungsplanverfahren das vorhandene dörfliche Gefüge zu sichern und einen städtebaulich sinnvollen Abschluss der Ortsentwicklung zu finden. Neben der großflächigen Ausweisung neuer Bauflächen werden im Osten auch schwerpunktmäßig wohnungsnahe ökologische Ausgleichsflächen entwickelt.

Schaag:

Im Stadtteil Schaag wird zur Sicherung der eigenständigen Gesamtstruktur der Ortsrand im Südosten großräumig arrondiert. In direkter Nachbarschaft an der Happelter Straße befinden sich Grundschule und Kindergarten.

Kern-, Misch- und Dorfgebiete (gemischte Bauflächen)

Der Flächennutzungsplan stellt solche Flächen als Kerngebiete dar, die zur Sicherung und zur Entwicklung der zentralen Versorgungsfunktionen, insbesondere des Einzelhandels in den Ortslagen erforderlich sind. Dies sind in Breyell der Bereich um Lambertimarkt und die Fußgängerzone Josefstraße, in Hinsbeck die westliche Seite der Hauptstraße am Markt, in Kaldenkirchen der Bereich um die Fußgängerzone, in Lobberich die Fußgängerzone, der Doerkesplatz, die nördliche Marktstraße und der Bereich um den "Stern", und in Schaag Flächen zwischen Hubertusplatz und Annastraße sowie gegenüber an der Boisheimer Straße.

Als Mischgebiete werden all die Bereiche dargestellt, die eine verträgliche Nutzungsmischung von Wohnen, Handel und Gewerbe aufweisen.

In den Ortslagen befinden sich vereinzelt auch heute noch – der Lage im ländlichen Raum entsprechend – landwirtschaftliche Betriebe, deren Sicherung zum Teil auch weiterhin gewünscht ist, da sie den Orten einen prägenden Charakter verleihen. Dies betrifft in Leuth die gesamte innere Ortslage. Im Flächennutzungsplan erfolgt daher die Darstellung von Dorfgebieten. In den anderen Stadtteilen sind solche noch punktuell am Ortsrand vorzufinden.

Gewerbe- und Industriegebiete

Im Norden des Stadtteils Kaldenkirchen wird ein Gewerbegebiet innerhalb des grenzübergreifenden Entwicklungskonzeptes VeNeTe entstehen. Die Planung und Entwicklung des Grenzraumes erfolgt in enger Abstimmung mit der niederländischen Nachbarkommune Venlo.

Weiterhin sieht der Flächennutzungsplan Erweiterungen vorhandener Gewerbegebiete in Lobberich südlich der Straße Am Bengerhof und in Hinsbeck im Bereich Wevelinghoven vor.

Im Übrigen werden die vorhandenen Gewerbe- und Industriegebiete im Bestand dargestellt.

Sondergebiete

Der Flächennutzungsplan stellt Baugebiete als Sondergebiete mit besonderer Zweckbestimmung dar, die sich von den anderen Baugebieten unterscheiden. In den Gebieten wird nur die genannte Nutzungsart ermöglicht. Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei die Standorte für das Gastgewerbe und Camping ein, die aufgrund ihrer Bedeutung für den Tourismus gesichert werden sollen. Nordwestlich von Leuth wird ein neues Sondergebiet - Camping dargestellt, das bei einem entsprechenden Bedarf entwickelt werden kann.

Flächen und Einrichtungen des Gemeinbedarfs

Unter dem Begriff Gemeinbedarfseinrichtungen werden alle Anlagen der öffentlichen Infrastruktur erfasst. Hierzu zählen die der Allgemeinheit dienenden Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung, der Erziehung und Bildung, der Sozial- und Gesundheitsvorsorge, der Kultur sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen und sonstige öffentlichen Zwecken dienende Einrichtungen.

Im Flächennutzungsplan werden die Flächen und Einrichtungen des Gemeinbedarfs je nach Flächengröße entweder als abgegrenzte Fläche oder als Symbol dargestellt

Verkehrsflächen

Der Flächennutzungsplan stellt die überörtlichen und örtlichen Hauptverkehrsstraßen, Parkplatzschwerpunkte und die schienengebundenen Verkehrsflächen dar. Dabei werden folgende künftige Entwicklungen berücksichtigt:

Die Autobahn A 61 soll an das niederländische Autobahnnetz angebunden werden. Nordwestlich von Kaldenkirchen ist daher die Neutrassierung der A 61 sowie das darunter liegende Hauptverkehrsnetz innerhalb des Planungsraumes des grenzübergreifenden Entwicklungskonzeptes VeNeTe nachrichtlich dargestellt. Die Trassenführung bedarf noch eines Planfeststellungsverfahrens und ist daher noch nicht abschließend festgesetzt.

Zur Entlastung des Ortszentrums Breyell ist eine Umgehung für den Durchgangsverkehr geplant, mit einer teilweisen Neuführung der B 7. Diese wird vor dem Ortseingang zunächst nach Osten geführt, unterquert die Bahnstrecke, verläuft dann parallel zu dieser und erhält eine Anbindung an die Straße Berger Feld. Hierdurch ist es möglich, den schienengleichen Bahnübergang Biether Straße aufzuheben sowie einen funktionsfähigen ÖPNV-Verknüpfungspunkt Breyell zu schaffen und direkt an das Straßennetz anzubinden.