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klimafreundlich mobil sein

Frau mit Fahrrad und Einkaufstüte auf ländlichem Fahrradweg

 

In einer modernen Gesellschaft ist es im Alltag selbstverständlich, mobil zu sein. In der Woche ist der Weg zur Arbeit und zur Ausbildungsstätte der Hauptgrund für Mobilität. Weitere Gründe sind das Einkaufen, an Wochenenden Freunde besuchen sowie Reisen und den Hobbys nachgehen. Als Wahrzeichen für Alltagsmobilität gilt das Automobil, aber es ist gleichzeitig auch der mit Abstand größte CO2-Emittent im Personen-Nahverkehr. Aus klimatischer sowie wirtschaftlicher Perspektive bieten sich jedoch sinnvollere und klimafreundlichere Alternativen an - sei es die Mobilität mit dem Rad oder mit dem ÖPNV.

Klimaneutralität

Maßnahmen bzw. Aktivitäten, die keine Treibhausgasemissionen erzeugen, sind klimaneutral und belasten somit das Klima nicht. Ist eine Null-Emissions-Mobilität möglich? Lässt sich das Fahrradfahren oder zu Fuß gehen dauerhaft für jede/n Einzelne/n umsetzen? Im Allgemeinen ist es eher nicht der Fall.

Gibt es dennoch Möglichkeiten, die Fortbewegung klimaneutral zu gewährleisten? Mit viel oder wenig CO2-Ausstoß - die Emission des Treibhausgases kann durch sogenannte „Kompensationsmaßnahmen" ausgeglichen werden.

Was ist eine Kompensations- bzw. Ausgleichsmaßnahme?

Fakt ist: Für das Klima ist es irrelevant, wo Treibhausgase freigesetzt und wo sie vermieden werden, da die Klimaschäden durch die Menge der Treibhausgasemissionen verursacht werden. Hieraus bietet sich die Möglichkeit, bereits ausgestoßene Treibhausgase an anderen Orten der Welt zu neutralisieren. Kompensationsmaßnahmen unterstützen festgelegte Klimaschutzprojekte finanziell und gleichen somit den eigenen CO2-Ausstoß aus. Beispielhaftes Projekt hierfür ist die Anpflanzung von Mischwäldern in Nicaragua, die vor den Folgen des Klimawandels wie Überschwemmungen oder langen Dürreperioden Schutz gewähren. Mischwälder speichern langfristig Kohlenstoff und führen dazu, dass mehr Wasser im Boden gespeichert wird.

Ein anderes Beispiel ist ein in Deutschland umgesetztes Projekt für Moorschutz. Moore sind „Hotspots der Artenvielfalt und des Klimaschutzes" und binden seit vielen Jahrtausenden Kohlenstoff in Torf. Obwohl Sie nur 3% des weltweiten Festlandes bedecken, speichern intakte, nasse Moore das Doppelte an Kohlenstoff wie alle Wälder weltweit. Allerdings kann ein Moor auch eine Treibhausgasquelle werden, wenn es austrocknet oder vom Menschen entwässert wird. Mit Initiativen wie MoorFutures können Moorschutzprojekte in den nordöstlichen Bundesländern umgesetzt und die sog. „Hotspots" erhalten werden. Dadurch werden sowohl CO2-Emissionen vermieden als auch der Naturschutz gefördert.

Möchten Sie einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? So stehen Ihnen mehrere Anbieter zur Auswahl. Mit dem Ratgeber „Freiwillige CO2-Kompensation" gibt das Umweltbundesamt (UBA) Hilfestellung, wie CO2-Ausstöße freiwillig ausgeglichen werden können. Hierbei sind auf weltweit anerkannte Qualitätsstandards wie z.B. Gold Standard zu achten. Näheres können Sie dem Ratgeber des UBA entnehmen:

Ratgeber des Umweltbundesamtes (UBA)

CO2-Bilanz im Verkehr und Modal Split

Weg frei für CO2? Nein, die Zeiten sind vorbei.

Laut dem Abschlussbericht des integrierten Klimaschutzkonzepts werden rund 30% der CO2-Emissionen der Stadt Nettetal durch private Haushalte erzeugt. Gründe dafür sind bspw. der Wärmeverbrauch durch Heizung und Warmwasserbereitung, Stromverbrauch durch Elektrogeräte sowie das Fehlen einer geeigneten Dämmung ihres Hauses. Neben der Wirtschaft (27%) wird in Nettetal mit 41% der höchste Anteil des klimaschädlichen Gases im Verkehrssektor emittiert. In der „Kommunalauswertung Nettetal" der kreisweiten Mobilitätsuntersuchung von 2016 beschreibt der Modal Split, auch Verkehrsmittelwahl genannt, das Mobilitätsverhalten der Nettetaler Bevölkerung. Gemäß dieser Auswertung werden 63% aller Wege in Nettetal mit dem Auto gefahren wobei 32% der Strecken mit nicht motorisierten Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. (s. Abb. 1). Die Verkehrsmittelwahl nach Wegelängen verteilt sich wie erwartet bei Wegen unter 1 km auf Fuß- und Radverkehr (79%), während bei Strecken von 1 bis 2 km der motorisierte Individualverkehr mit 50% einen hohen Anteil einnimmt (s. Abb. 2). D.h. es besteht im Verkehrsbereich ein hohes Potenzial, Energie einzusparen und dabei den CO2-Ausstoß zu vermindern Unter dem Reiter „Zuhause Energiesparen" erfahren Sie, wie Sie nachhaltig die CO2-Emissionen in Ihrem Haushalt und im Verkehr senken können und dabei Ihr Budget nicht belasten müssen. Mit kleinen Schritten erzielen Sie auch eine große Wirkung. Fehlt nur noch Ihr erster Schritt.

 
Modal Split in der Stadt NettetalModal Split - Verkehrsmittel nach Wegelängen
Abbildung 1 - Modal Split in der Stadt NettetalAbbildung 2 - Verkehrsmittelwahl nach Wegelängen

Sei es der CO2-Ausstoß durch den Energieverbrauch im Hause oder durch Verkehrsmittel - lassen sie sich Ihre aktuelle CO2-Bilanz ausrechnen. Entsprechende Änderungen wie z.B. eine Sanierung, der Einbau erneuerbarer Energieanlagen für die Bereiche Heizung und Strom oder die Anschaffung eines E-Autos sowie der Umstieg auf den ÖPNV können Sie in Ihrem CO2-Szenario in Betracht ziehen. Somit sehen Sie Ihre zukünftige CO2-Bilanz in einer Ansicht, das Ihnen einen Überblick verschafft. Der CO2-Rechner des Umweltbundesamtes macht es möglich:

CO2-Rechner des Umweltbundesamtes (UBA)

Die Mobilitätsuntersuchung und die Kommunalauswertung Nettetal können im Downloadbereich heruntergeladen werden:

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