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Eselsohr 2016

Bereits zum 25. Mal vergibt eine jugendliche Jury in der Stadtbücherei Nettetal den Preis Eselsohr für das beste Jugendbuch des Jahres.
Dreizehn Frühjahrs-Neuerscheinungen waren nominiert, wurden über den Sommer gelesen und von der 12köpfigen Jury bewertet.

In diesem Jahr ging die Auszeichnung an:

Cover: Mit anderen Worten: ich

Tamara Ireland Stone: Mit anderen Worten: ich
Bamberg: Magellan, 2016

Sam kann ihre Zwangsstörung sehr gut vor ihren oberflächlichen Freundinnen verheimlichen. Als sie Caroline und die anderen Schüler der geheimen Dichterecke kennenlernt, beginnt sie selbst mit dem Schreiben von Gedichten. Dabei kann sie sich endlich fallen lassen und einfach sie selbst sein.

Jurymitglied Meike van de Venn zum Preisträger:
Worte sind nicht Samanthas Freunde. Im Gegenteil: In endlosen Gedankenschleifen verfolgen sie Sam und hindern sie daran, ein normales, unbeschwertes Leben zu führen. Aus Angst, als verrückt abgestempelt zu werden, verheimlicht Sam ihren täglichen Kampf sogar vor ihren Freundinnen. Nur die unkonventionelle Caroline sieht hinter Sams Fassade und lädt sie ein, sich einem geheimen Dichterklub anzuschließen. Hier erlebt Sam zum ersten Mal die befreiende Kraft von Worten und kommt sich seit langer Zeit selbst wieder nahe. Als sie sich in den klugen, zurückhaltenden AJ verliebt und gerade beginnt, vorsichtig auf ihr neues Glück zu vertrauen, stellt eine unerwartete Entdeckung alles infrage.

Der diesjährige Gewinner des Eselsohrs ist kein Buch, das man hin und wieder mal in die Hände bekommt. Von Anfang an konnte ich mich mit Samantha, der Hauptfigur, identifizieren und ihre Handlungen nachvollziehen. Sie ist äußerlich ein ganz normales Mädchen, leidet aber unter einer psychischen Erkrankung, einer Zwangserkrankung, die sie vor ihren Freundinnen verstecken möchte.

„Mit anderen Worten: ich” verpackt eine ungewöhnliche Geschichte in mitreißende Worte. Immer mehr taucht man in Samanthas Welt ein und erlebt insbesondere auch ihre persönliche Entwicklung und die Konflikte zwischen den Figuren hautnah. Die Geschichte ist gut durchdacht, ohne den Leser oder die Leserin zu sehr im Lesefluss zu stören oder zu viele Hinweise auf den weiteren Verlauf zu geben, und sorgt an passenden Stellen auch für überraschende oder emotionale Momente.