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18. Nettetaler Wirtschaftsfrühstück im Heydevelthof: Cyber-Schutz für kleine und mittlere Unternehmen

Mitteilung vom: 04.12.2019

Wirtschaftsfrühstück CyberSchutz Beyer

Beim 18. Nettetaler Wirtschaftsfrühstück stand das Thema Cyber-Schutz für Firmen im Mittelpunkt, denn nicht nur Großkonzerne, sondern auch kleine und mittelständische Betriebe werden immer häufiger Opfer von Angriffen aus dem Internet. Bürgermeister Christian Wagner und Jochem Dohmen, Repräsentant der Sparkasse Krefeld, konnten hierzu mehr als 50 Gäste in der Akademie Heydevelthof begrüßen. Als Referentin räumte CyberSchutz-Expertin Elisa Beyer von der Provinzial Rheinland dabei mit den gängigen Cyber-Mythen auf.

Denn Cyberangriffe können zielgerichtet gegen ein bestimmtes Unternehmen erfolgen, um an Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse zu kommen. Sie können aber auch als Massenangriff erfolgen, denn „Kleinvieh macht auch Mist". Besondere Hackerfähigkeiten sind heute nicht mehr erforderlich, um diese Angriffe zu starten, denn „im Darknet hat alles seinen Preis und es ist alles verfügbar", so Bayer. Malware gibt es hier bereits ab 50 Dollar, Zahlungs- und Log-In-Informationen ab einem Dollar pro Stück und individuelle Hacking-Dienstleistungen beginnen bei 100 Dollar. Ohne besondere Fachkenntnisse kann man damit Webseiten oder Facebook-Auftritte hacken. Auch Apps für das Handy sind sehr beliebt, die andere Geräte im selben öffentlichen WLAN ausspionieren können. Einen typischen Tätertypen gibt es dabei nicht mehr: Einige hacken zum Spaß oder haben ideologische Gründe, anderen geht es ums Geld. Wieder andere wollen sich an ihrem ehemaligen Arbeitgeber rächen oder spionieren aus Geldgründen ihren aktuellen aus. Beyer schilderte eindrucksvoll, welche finanziellen und organisatorischen Auswirkungen ein IT-Ausfall haben kann, wenn zum Beispiel zugesagte Regale für die Eröffnung eines neuen Einkaufsmarktes nicht fristgerecht geliefert werden, Holzbalken mit falschen Zuschnitten eingebaut werden oder Schadsoftware über E-Mails an Geschäftspartner weitergeleitet wird und dort Schaden anrichtet.

Zu einem ganzheitlichen IT-Sicherheitsmanagement gehört auch die Absicherung des Restrisikos über eine Cyberrisiko-Versicherung. Die Provinzial bietet hierfür unterschiedliche Bausteine an und stellt im Falle eines Schadens den Betrieben einen IT-Forensiker an die Seite, der nach einem Schaden auch sofort die Ursache feststellt und alle notwendigen Schritte einleitet. Auch pragmatische Sofortmaßnahmen gab Beyer den Unternehmern mit auf den Weg: „Machen Sie es den potentiellen Angreifern zumindest schwer, installieren Sie umgehend neue Software-Updates, vergeben Sie im Betrieb unterschiedliche Berechtigungen und sensibilisieren Sie ihre Mitarbeiter, denn dort liegt die größte Sicherheitslücke."

Bildunterschrift v.l.: Jochem Dohmen (Sparkasse Krefeld), Christian Wagner (Bürgermeister), Elisa Beyer (Provinzial Rheinland), Peter Radtke (Sparkasse Krefeld) und Hans-Willi Pergens (Wirtschaftsförderer). Foto: Stadt Nettetal