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DEHOGA begrüßt Aktivitäten der Stadt Nettetal in der Corona-Krise

Mitteilung vom: 03.09.2020

Dehoga Landtag

Zum turnusgemäßen Gesprächsaustausch trafen sich in der vergangenen Woche der Präsident des DEHOGA Nordrhein Henning Graf von Schwerin und Nettetals Bürgermeister Christian Wagner im Landtagsgebäude Nordrhein-Westfalen. Seit vielen Jahren pflegen der Hotel- und Gaststättenverband und die Stadt Nettetal gute Kontakte, da Graf von Schwerin die Seenstadt aufgrund langjähriger Berufstätigkeit auf Schloss Krickenbeck bestens kennt und sich nach wie vor als Wirtschaftsbotschafter Nettetals engagiert.

Inhaltlicher Schwerpunkt des Zusammenkommens, an dem auch DEHOGA-Geschäftsführer Thomas Kolaric und Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens teilnahmen, waren die gravierenden Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Betriebe im Hotel- und Gaststättenwesen. Das Fazit war einhellig: die wochenlange Schließung von Hotels, Restaurants, Gaststätten oder Kneipen während des Lockdowns im Frühjahr sowie die seitdem immer noch eingeschränkte Öffnung hat in den Betrieben zu erheblichen Umsatzeinbußen geführt, die viele von ihnen an den Rand der Existenz bringen. Und dies, obwohl eine ganze Reihe von Geschäftsinhabern zwischenzeitlich neue Wege gegangen ist - etwa weil diese einen Lieferservice installiert haben oder zusätzliche Außenflächen zur Bewirtung im Freien schufen.

Sehr positiv registrierten die DEHOGA-Repräsentanten die Ad-hoc-Maßnahmen der Stadt Nettetal zur Unterstützung der heimischen Unternehmerschaft. Sowohl der Erlass von Sondernutzungsgebühren für das laufende Jahr und voraussichtlich auch in 2021, die pragmatischen Lösungen bei zusätzlich in Anspruch genommenen Außengastronomieflächen, aber auch die regelmäßige Information der Betriebe rund um die Corona-Thematik durch die Wirtschaftsförderung wurden goutiert.

Dennoch blickt die gesamte Branche allenfalls verhalten nach vorn: „Obwohl die günstige Wetterlage in den vergangenen Monaten der Gastronomie geholfen hat, die Gäste im Freien zu bewirten und auch wenn Hotelbetriebe davon profitierten, dass zahlreiche Menschen ihren Urlaub hierzulande verbringen, sehen unsere Mitglieder dem kommenden Herbst und Winter mit großer Sorge entgegen", so Henning Graf von Schwerin. Die Nutzung von Außenflächen wäre dann aufgrund der schlechteren bzw. kühleren Witterung kaum noch möglich. Gleichzeitig sei festzustellen, dass die Kunden die Innenräume von Restaurants und Gaststätten aus Furcht vor einer erhöhten Infektionsgefahr in geschlossenen Räumen mieden. Dabei gingen die derzeitigen Infektionsherde in den seltensten Fällen von einem Aufenthalt etwa in Restaurants aus. Es seien eher private Feiern, bei denen die Einhaltung der Hygienevorschriften nicht gelinge.

„Daher müssen wir für die Gastwirte, Restaurantbetreiber und Kneipeninhaber eine Lanze brechen. Die meisten halten sich sehr genau an die Vorschriften, haben Hygieneschutzkonzepte ausgearbeitet und tun alles, damit die Gäste sicher sind und den Aufenthalt genießen können", wirbt Bürgermeister Christian Wagner. Deshalb unterstützt die Stadt Nettetal eine Idee des DEHOGA Nordrhein, die Hygienekonzepte der Hotel- und Gaststättenbetriebe professionell begutachten und zertifizieren zu lassen. „Wenn eine Zertifizierung ihre Wirkung entfaltet und Ängste bei Kunden bzw. Gästen abbaut, dann sind wir von Beginn an dabei und unsere Wirtschaftsförderung wird das Zertifizierungsverfahren finanziell unterstützen", unterstreicht Wagner.

Weiterhin berichtete Wirtschaftsbotschafter Graf von Schwerin von den Kontakten des Hotel- und Gaststättenverbandes zu den einschlägig bekannten Produzenten von Raumluftfiltern. „Die Filterung der Aerosole in den Räumen der Betriebe ist ungemein wichtig. Damit schützen wir Gäste und Personal. Wenn die Technik vielversprechend ist, müssen wir alles daransetzen, dass die Filtersysteme zum Einsatz kommen", erklärt Graf von Schwerin. Der finanzielle Aspekt sei wohl wissentlich ein Kraftakt, dürfe aber nicht alleinentscheidend sein, schließlich werde der Einsatz von Raumluftfiltern auch in Schulen und Kindertagesstätten oder in Konzertsälen beraten und beträfe so einen Großteil der Bevölkerung.

Nicht zuletzt besprach die Teilnehmerrunde auch die weitere Nutzung von Außenflächen über die kalte Jahreszeit hinweg. Ob das Aufstellen von Windfängen, Pavillons oder Heizpilzen - hier ist ein breiter Konsens von Betrieben, Bürgerschaft, Politik und Behörden vor allem in den innerstädtischen Bereichen gefragt. DEHOGA und Stadt Nettetal vereinbarten auch hier einen intensiven Austausch im Hinblick auf pragmatische Lösungen.

Bildunterschrift v.l.: Bürgermeister Christian Wagner und Henning Graf von Schwerin, Präsident DEHOGA Nordrhein. Foto: Stadt Nettetal