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Historisches beim 37. Nettetaler Wirtschaftsgespräch

Mitteilung vom: 26.09.2017

Wirtschaftsgespräche

Die gute alte Tradition des Nettetaler Wirtschaftsgespräches wurde auch in diesem Jahr erfolgreich fortgesetzt. Zum 37. Mal trafen sich Vertreter aus Unternehmen und Institutionen aus der Region, um sich zu aktuellen Themen auszutauschen und in ungezwungener Atmosphäre Kontakte zu knüpfen oder zu vertiefen. Viele Jahre fand das Wirtschaftsgespräch auf Schloss Krickenbeck statt, seit 2015 nutzt man das schöne Ambiente des ehemaligen Rittersitzes Haus Bey. Mit dem niederländischen Historiker Ragdy van der Hoek, Autor des Buches "Over de Grens - Über die Grenze", engagierte die Stadt in diesem Jahr einen Referenten, der sich bestens mit der Geschichte der hiesigen Grenzregion auskennt und der mit seinem Vortrag "Warum sind unsere Nachbarn (manchmal) so anders?" einen differenzierten Blick auf die beiden Nachbarländer warf.

Mehr als 120 Besucher ließen sich die vielen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Niederländern in einem kurzweiligen Vortrag erläutern. „Grenzen gab es schon immer. Sie haben sich im Laufe der Jahrhunderte jedoch stets verändert. Wenn man in Kaldenkirchen früher von Preußen sprach, waren damit auch die heute niederländischen Orte Blerick, Baerlo oder Arcen gemeint", erklärte van der Hoek den interessierten Zuhörern. Auch die Limburger an sich stellten einen Sonderfall in den Niederlanden dar: „Sie fühlten sich lange Zeit nicht wohl im Königreich der Niederlande und wollten vielmehr zu den Preußen gehören. Der Limburger Dialekt ähnelt nicht ohne Grund der deutschen Sprache. Außerdem verband die Menschen der gemeinsame katholische Glaube." Auch nach den beiden Weltkriegen riss der Kontakt zwischen Menschen dies- und jenseits des heutigen Grenzverlaufs nicht ab. „Wunden heilen im Allgemeinen zuerst an den Rändern, so war es auch nach den traumatisierenden Erlebnissen der Weltkriege in unserer Grenzregion. Durch Heirat zwischen Deutschen und Niederländern gab und gibt es Verwandte auf beiden Seiten und damit eine gewachsene und enge Verbundenheit."

Aus wirtschaftlicher Sicht bilden die Beziehungen zwischen Nettetal und seinen niederländischen Nachbarn seit jeher ein enges Band. Butterfahrten sind den meisten Menschen bekannt, die Abfertigung an der damals noch existierenden Grenze ebenfalls. Viele Jahre verrichteten Mitarbeiter des Zolls für alle sichtbar ihren täglichen Dienst, so mancher Venlo-Besucher schwitzte bei der Rückreise über die Grenze und in Gedanken bei doch etwas zu viel gekauftem Kaffee - natürlich gut versteckt und verstaut unter den Sitzen.

Bürgermeister Christian Wagner freute sich über die durchweg positive Resonanz des diesmal historisch angehauchten Wirtschaftsgesprächs: „Die Grenzen sind verschwunden, seit vielen Jahrzehnten bestehen zwischen Deutschen und Niederländern enge wirtschaftliche Beziehungen. Ragdy van der Hoek hat uns heute eindrucksvoll gezeigt, wie der jeweilige Nachbar tickt - oder manchmal so anders ist. Solches Wissen ist für ein gemeinsames Miteinander auch in Zukunft sicherlich nicht unwichtig und von Vorteil."

Im Anschluss an den Vortrag des niederländischen Historikers trafen sich alle Gäste zum gemeinsamen Austausch. Begrüßt wurde auch Nettetals neuer Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens, der die Gelegenheit nutzte und bereits vor seinem offiziellen Dienstantritt im Dezember erste Kontakte mit Nettetaler und auswärtigen Unternehmern aufnahm. Organisiert wurde die Veranstaltung erneut durch den Fachbereich Wirtschaft und Marketing der Stadtverwaltung sowie die Stadtwerke Nettetal.

Bildunterschrift v.l.: Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Dieling, Ragdy van der Hoek und Bürgermeister Christian Wagner. Foto: Stadt Nettetal