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Jugendhilfeausschuss: Zehn neue Kita-Gruppen für Nettetal

Mitteilung vom: 25.06.2020

Nicht mehr und nicht weniger als zehn neue Kita-Gruppen für Nettetal bis zum Kindergartenjahr 2024/25 hat der Jugendhilfeausschuss auf den Weg gebracht. Jochen M. Müntinga, Geschäftsbereichsleiter Familie, Bildung und Soziales, begründete die Notwendigkeit mit dem Argument, dass die Kita-Kinder „immer jünger werden" und die Stadt sich der Nachfrage stellen muss. Absehbar sei Bedarf vorhanden für 230 neue Plätze, davon etwas mehr als die Hälfte im U3-Bereich. Heiko Brodermann vom Familienbüro legte dar, dass die Versorgungsquote im Bereich Ü3 bei 100 Prozent liegt, bei U3 leicht darunter, was die Stadt über Kindertagespflege abfedere.

Der Erste Beigeordnete Dr. Michael Rauterkus legte dar, dass dieses Bauprogramm eine Herkulesaufgabe für die Stadt darstellt. „Wir müssen innerhalb von drei Jahren drei Gebäude errichten." En detail bedeutet dies, dass durch den NetteBetrieb jeweils Raum für vier zusätzliche Kindertagesbetreuungsgruppen für Breyell und Lobberich geschaffen wird. Die bestehenden Einrichtungen „Regenbogenland" in Kaldenkirchen und „St. Peter" in Hinsbeck werden durch den jeweiligen Kita-Träger um eine weitere Gruppe aufgestockt.

Die konkrete Vorgehensweise sieht vor, dass der NetteBetrieb für die wohnortnahe Versorgung in Breyell eine Kita für vier Gruppen errichtet, die im August 2023 in Betrieb genommen werden soll. Da bereits heute Bedarf vorhanden und noch kein passendes Grundstück gefunden ist, will die Stadt als Überbrückung am Caudebec-Ring in Lobberich zum August kommenden Jahres ein Provisorium in Modulbauweise anbieten. Eine städtische Fläche dort bietet sich hierfür an.

Das Wort „Modul" bereitete der Politik Bauchschmerzen. „Modulbau erinnert an Container, ist provisorisch und teuer", sagte Jürgen Boyxen (CDU). Boyxen lobte aber auch die Stadtverwaltung, die es seit der Einrichtung eines eigenen Jugendamtes ab 2012 immer geschafft habe, eine Balance zwischen Angebot und Nachfrage bezüglich Kitaplätzen herzustellen. Deshalb werde die CDU eine Lösung Modulbau „zur Not mitgehen". Dr. Rauterkus stellte die stabile und attraktive Modulbauweise moderner Prägung heraus, die als einzige Lösung innerhalb von 12 Monaten realisierbar und auch über das Jahr 2024 hinaus nutzbar sei. Müntinga wies auf den Erlebnischarakter eines Kita-Umzugs für Kinder und auf die fehlende Zeit für Warteschleifen hin. Brodermann betonte: „Der Eifelturm war ja auch ein Provisorium."

Im Gegensatz zu Breyell, wo die Stadt selbst die Trägerschaft übernehmen will, will sich das Rathaus für Lobberich an den ortsansässigen freien Trägern der Jugendhilfe orientieren. Hier soll im Sommer 2021 eine Entscheidung fallen. Bauherr des Gebäudes wird auch in Lobberich der NetteBetrieb sein. Die Fertigstellung der Einrichtung auf einem vorgesehenen Standort an der Stadionstraße soll zum August 2022 erfolgen.

Da die Anbauten für „St. Peter" und „Regenbogenland" noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden sollen, werden hierfür außerplanmäßig 1,2 Millionen Euro aus dem Stadt-Etat bereitgestellt.