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Rund 90 Gäste beim 2. Unternehmensforum Nettetal - „Logistiktrends im Agrobusiness“ sorgen für lebhafte Diskussionen

Mitteilung vom: 20.05.2014

Sieben männliche Personen nebeneinander mit einem Schild Nettetal. Seen. Stadt. Und mehr.

Weltrekorde im Weizenernten, die Komplexität der Tiefkühlpizza und bohrende Fragen von den Fachkräften von morgen: Mit der zweiten Auflage hat das Unternehmensforum Nettetal am Freitagabend rund 90 Unternehmer und andere Fachleute miteinander ins Gespräch gebracht. Die Stadt Nettetal wirbt mit dem Branchenschwerpunkt Agrobusiness für das Gewerbegebiet VeNeTe – und die große Teilnehmerzahl zeigt das aktuelle Interesse.

Mit dem Thema „Logistiktrends im Agrobusiness“ gelang es der Stadt Nettetal offenbar, ein hochaktuelles Thema in den Mittelpunkt zu stellen. „Agrobusiness ist eine interessante, hochkomplexe Wertschöpfungskette“, so Bürgermeister Christian Wagner. „Aber diese Kette funktioniert eben nur durch intelligent vernetzte Transportsysteme.“

Dass zwischen Agrobusiness und Logistik viele innovative Ideen entstehen, zeigte Dr. Hans-Peter Grothaus, Leiter Entwicklung Systeme und Dienstleistungen beim Landmaschinen-Hersteller Claas, anhand eines eindrucksvollen Beispiels. Er stellte innovative Technologien des westfälischen „Global Players“ vor, die eine Vernetzung der gesamten Agrobusiness-Wertschöpfungskette ermöglichen. Das sei wie ein „Facebook für landwirtschaftliche Flächen mit einem Langzeitgedächtnis“, wo Statusmeldungen ständig aktualisiert werden und jede Maschine mit der nächsten vernetzt ist. Da kommunizieren die Traktoren mit den Mähdreschern und der Mähdrescher unterstützt seinen Fahrer durch wichtige Informationen. In der Verzahnung zwischen Agrobusiness und Logistik stecken noch riesige Potenziale.

Der langjährige Europa-Abgeordnete Karl-Heinz Florenz sprach auf der Tagung über nötige Änderungen in Europa, um mehr Synergien zu schaffen und noch bestehende Grenzen aufzubrechen. Mit dem Einsatz mehrerer Europa-Abgeordneter für das Europa-Projekt „Agropole“, das die Region rund um Nettetal als Pilotregion für eine Agrobusiness-Metropole kennzeichnet, will er auf die notwendige Vernetzung zwischen Städten und Branchen aufmerksam machen. „Nettetal ist eine der wenigen Städte in Europa, die Synergien wirklich nutzt und daran arbeitet. Da muss man der Stadt auch mal zu gratulieren“, so Florenz.

Dr. Volker Lange, Abteilungsleiter Verpackungs- und Handelslogistik am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, veranschaulichte anhand einer Tiefkühlpizza, wie komplex Agrobusiness ist und wie nötig die Vernetzung mit der Logistik ist. Der steigende Wunsch nach Individualität bringt die Logistik in Schwierigkeiten. Denn die geforderte Schnelligkeit und die Notwendigkeit eines ebenso individuellen Transportes, verursachen hohe Kosten. Die Lösung: Eine intelligente Europalette. Sie ermöglicht die Logistik eines Unternehmens nur über Palettenstapel zu steuern und Synergien zwischen Wettbewerbern zu nutzen. Lange: „Der eigentliche Wettbewerb im Einzelhandel besteht um die Fläche im Supermarkt und nicht auf dem LKW“.

Anders als im Vorjahr wurden die hochkarätigen Referenten und Bürgermeister Wagner nach ihren Vorträgen von Studenten der Hochschule Rhein-Waal und der Fontys Venlo interviewt. Sie moderierten eine Talkrunde und „löcherten“ die Referenten mit zahlreichen kompetenten Fragen. Dabei griffen sie auf ihr Wissen aus Studium und Praxis zurück. Eine erfrischend andere Diskussionsrunde, die den Studierenden ebenso viel Spaß gemacht hat wie dem Publikum: „Das würde ich jederzeit wieder machen. Wo bekomme ich als Studierender sonst die Chance, mich vor den wichtigsten Menschen der Branche zu behaupten? Ich habe heute viele wichtige Kontakte knüpfen können für die Zeit nach dem Studium“, sagt beispielsweise Nils Wlotzka, Studierender von der Hochschule Rhein-Waal.

Netzwerke standen also nicht nur in den Vorträgen im Mittelpunkt: Vor, während und nach der Veranstaltung gab es immer wieder Zeit für den Ideen- und Wissensaustausch. Bürgermeister Christian Wagner: „Wir freuen uns über die hohe Teilnehmerzahl. Auch dieses Jahr konnten wir wieder sehr gute Referenten gewinnen, die ganz neue Ansätze und Entwicklungen aus der Branche gezeigt haben. Und die Studenten haben ihre Sache toll gemacht. Diese Veranstaltung trägt dazu bei, unseren Ruf als interessanten Standort auch für Agrobusiness weiter zu festigen.“